Sich öffnen und schließen

Intensive Erfahrungen brauchen immer ein wenig Zeit, bis sie sich wirklich gesetzt haben, in der Tiefe verarbeitet und verstanden wurden. 

Es ist schön, sich zu öffnen, neue Impulse aufzunehmen, und dann  kommt auch wieder der geschlossene Raum, nur mit sich, in dem all das Neue bewegt werden kann.

Besonders in den letzten Monaten habe ich das oft erlebt, wie wichtig und wohltuend die Phasen der Ruhe waren. Es ist viel, was von außen auf uns zukommt, es ist ebenso viel, was sich im Inneren bewegt. Übergehen wir diese notwendigen Phasen, meldet sich schon irgendwann der Körper, mit “unerklärlicher” Müdigkeit, Unwohlsein oder sonstigen Symptomen.

Schlaf kann Wunder wirken, und wer wie ich intensiv träumt, weiß, dass manche Dinge einfach auf ihre eigene Weise verarbeitet werden, sich neu ordnen, ich habe inzwischen aufgegeben, meine Träume alle verstehen zu müssen;).

Ebenso kann Wunder wirken, an einem stillen Ort wirklich einfach nur zu sein, Gedanken ziehen zu lassen, atmen, schauen, beobachten…

Und erst dann kann nach und nach wahrgenommen werden, was sich alles an Einflüssen auf uns niedergelassen hat. Und das ist wirklich viel, nicht nur all das, was uns von Kindheit an geprägt hat, sondern auch, was heute ständig auf uns niederprasselt. 

Hier liegt unsere eigene Verantwortung. Für was davon will ich eine offene Schale sein, es wirklich in mir sammeln und wirken lassen, von was davon lasse ich mich berühren, es jedoch einfach wieder abfließen?

Und ich stelle fest, es tut ganz schön gut, eine ganze Menge lieber abperlen zu lassen. Es ist sehr viel Unruhe in der Welt, sehr viel Angstmacherei, sehr viel Aktionismus, sehr viel leider auch spirituelles Abgehobensein, was den Blick auf die Realität dieser Welt gerne verschleiert. Jedem von uns ist es erlaubt, seine eigenen Antworten zu finden.

Für mich bedeutet dies, sehr achtsam zu sein mit meiner offenen Schale, es ist wie ein heiliger Raum, immerhin trage ich sie in und ständig bei mir. Sie wird gleichzeitig von meiner inneren Quelle genährt und ich darf schauen, was sie weiterhin ins Fließen bringt, was ihr erlaubt, die Magie des Lebens noch zu fühlen. Denn diese ist in keine Lehre zu packen, in kein Konzept, keine Enge, keine Zukunftsprognosen, keine Macht, keine Angst. Und das ist gut so:).

 

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