Liebes-Türen – 2. Tür

Ich bin wütend

…auf…

…wegen…

…ich hasse es, wenn…

…wie kann der, die nur…

…der, die kann mich mal…

…am liebsten würde ich sagen…

…ich könnte echt das…tun…

…über mich selbst…

…wenn…

Es gibt gute Gründe für dieses Gefühl… Es darf da sein… Es ist eines von vielen…

Keines ist besser oder schlechter als ein anderes… Ich bewerte nicht und lasse zu…

Ich will wie eine Schale sein, mich öffnen, für jedes meiner Gefühle…

Es ist, was es ist, sagt die Liebe…

Wut ist ja etwas, was insbesondere uns Frauen irgendwie so garnicht erlaubt ist. Dabei gibt es doch wahrhaftig genug Gründe, wütend zu sein. Und ich glaube, jede von uns kann eine Geschichte erzählen darüber, was von Kindesbeinen an da alles an Wut weggepackt wurde. Wie viel einfach still erduldet wurde. Ist es nicht eine Kraft, die gebraucht wird, um überhaupt auch etwas in Veränderung zu bringen? Und damit ist nicht blinder Zorn gemeint. Aber eine Wut, die gefühlt werden darf, wenn ich sehe, was um mich herum so alles geschieht. Das ist nun wirklich nicht wegzuspiritualisieren. Wenn misshandelt, missbraucht, manipuliert, unterdrückt, zerstört wird, darf ich Wut haben. Einfach so. Ohne eine Erklärung, ohne Rechtfertigung, aus meinem gesunden Bauchgefühl heraus.

Und dann kann ich mir immer noch überlegen, wie ich diese Energie so lenke, dass etwas in Veränderung gebracht wird. Jede Rebellion fing mit Wut an. Jedes Opfer kann sich nur befreien, wenn es auch wütend sein darf, über das, was ihm geschehen ist. Nicht, um ewig in der Anklage  und damit Opfer zu bleiben. Auch nicht als Alibi, gegen andere zu wüten, um nicht wirklich in die Heilung zu gehen. Aber als ersten Schritt, sie sich überhaupt zu erlauben, Nein zu sagen. Der zweite Schritt ist dann, für sich zu sorgen, zu verändern, auszusteigen aus dem Hamsterrad der Wiederholungen. Liebe bedeutet nicht, alles hinzunehmen. Da wären wir mal wieder bei der Selbstliebe;).

 “Der Wahrheit verpflichtet?” – ein Beispiel, warum es Wut braucht, danke dafür.

Achtung! – Es geht darin unter anderem um sexuellen Missbrauch in der Kirche, bitte um deine Eigenverantwortung. Ja, dies geschieht, heute noch, auch während der Adventszeit. Das will gerade jetzt niemand hören. Ich sags trotzdem. Weil Liebe ebenso bedeutet, hinzuschauen, mitzufühlen, wütend zu sein, zu handeln.

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