Ich und Du, gibt es ein Wir?

Wieder neue Kreationen am Isarstrand, vermutlich von Kindern…schön:). Ich bleibe stehen und denke mir, ob sie ahnen, dass ihr Werk andere erfreut? Vermutlich wird keines der Kinder daran gedacht haben, sie haben einfach in ihrer Freude und Sein etwas kreiert. Und das ist wunderbar.

Ich mag sie sehr, diese Absichtslosigkeit. Kinder haben sie oft noch ganz natürlich. Bis die Erziehung etwas anderes fordert. Die ersten Schritte zur Manipulation, der Weg zu Leistung und dem Anspruch, doch etwas haben zu wollen, wenn ich schon was tue. Jede normale Arbeit ist darauf aufgebaut.

Ein Teil darin ist in Ordnung. Das uralte Prinzip des Gebens und Nehmens. Doch es gibt noch etwas anderes. Und das ist die Hingabe. Ein arg strapaziertes Wort, gerne religiös-moralisch missbraucht. Im Ursprung glaube ich, geht es um etwas anderes. Und vermutlich erst zu fühlen, wenn ich begonnen habe, mich mit der eigenen inneren Quelle zu verbinden. Dann gibt es niemanden mehr, der Hingabe von mir fordert. Es gibt auch keine Belohnung;). Es ist einfach ein natürlicher Fluss, der aus der Quelle heraus fließen möchte.

Und in diesem Fließen geschieht es, dass einem anderen Fluss begegnet wird. Und die beidseitige Freude am Fließen kann sich vereinen, zu einem gemeinsamen Fließen…die Energie wird stärker…vielleicht kommen noch andere Flüsse dazu…und so kann tief ein Wir-Sein empfunden werden, eine große Kraft entstehen.

Dies ist kein erzwungener, geplanter Prozess. Wie lange gemeinsam geflossen wird ergibt sich einfach, die Quelle bringt immer wieder Neues hervor. Vielleicht gehen die Flüsse mal wieder auseinander, vielleicht treffen sie sich wieder. Das klarste Zeichen für mich, dass etwas stimmig ist, es ist leicht, und macht Freude. 

So konnten auch gestern die verschiedensten Ideen in meiner Familie zusammenkommen und umgesetzt werden. Ein Ich und ein Du erschafft nicht zwingend ein Wir. Doch jedes Ich findet auch ein Du, wenn Herzensvisionen zusammenfließen wollen. Und dabei geht es nicht um einen Wettbewerb, kein besser oder schneller, warum auch? Die Verbindung zur eigenen Quelle ist frei davon.

Im Grunde, wenn wir ganz tief an die Urquelle wurzeln, fühlen wir es…wir sind eine große Quelle, eine Erde, eine Menschheit….ein Teil wird gerade wieder sichtbar…ein gewolltes, bewusstes Wir, indem zum Beispiel Hilfe einfach dahin fließt, wo sie gebraucht wird…

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