Wandel der Welten

Dieser Abendblick hat mich einigermaßen geflasht. Ich begriff im ersten Moment garnicht, was ich da sah. Der aufgehende Mond auf der einen Seite…ich drehte mich um…und wirklich exakt auf einer Linie gegenüber die untergehende Sonne. Und ich stellte mich mitten hinein in diese Energie.

Ganz von alleine kamen Bilder, Gedanken, Gefühle…die Essenz davon einfach nur…Ja, das ist genau das, was gerade geschieht. Im Grunde genommen eine Umkehrung der Pole. Der Mond am noch hellen Abendhimmel, die Sonne eintauchend ins Dunkel. Ich lasse diese Bilder weiter wirken…

Das Gleichgewicht der Kräfte…es kann beschrieben werden, doch zu finden ist es schon lange nicht mehr. Ob es je vorhanden war auf dieser Erde? Eines ist klar, die männliche Energie war die beherrschende Kraft der letzten 2.000 Jahre, alle Weltreligionen geben ein Bild dafür. Vater im Himmel…und Mutter Erde? 

Warum auch immer dies so geschehen ist, eines konnten wir sehen. Was geschieht, wenn eine männliche Kraft wirkt, die aus meiner Sicht niemals an ihre wahren Wurzeln angebunden sein kann. Ich glaube nicht, dass ein Mann geboren wird mit einer Lust auf Kriege, Ausbeutung, Zerstörung, Missbrauch, Manipulation und Macht.

Und wo ist die weibliche Energie in uns Frauen geblieben? Lange habe ich gegraben, gesucht, in mir, in der Geschichte. Und dies war wirklich kein Spaziergang, zu sehr wurde mir nicht nur durch meine eigenen Leben bewusst, wie systematisch und mit oft unfassbarer Brutalität die weibliche Kraft in die Knie gezwungen wurde. 

Dies hatte zur Folge, dass selbst als Frau geboren die Anbindung an die weiblichen Wurzeln verloren ging. Wir erlebten einen Geschlechterkampf, der nur neue Verletzungen hervorrief. Noch mehr Spaltung. Und wir haben Mutter Erde an den Rand des Kollapses gebracht. Ein Virus kommt, der die Welt zum Erliegen bringt.

Als ich in dieser Energie zwischen Mond und Sonne stand, spürte ich, dass ein Gleichgewicht der Kräfte wohl erst einmal genau dies braucht. Eine männliche Energie, die eintaucht ins Dunkel. Fühlend, durchlebend, nicht mehr wegmachend, was geschehen ist, erkennend, fragend, suchend, nach den wahren männlichen Wurzeln.

Eine weibliche Energie, die aufsteigt und wirkt. Und da geht es nicht um Kosmetik oder Fitnesstudios. Es braucht eine Energie die um die Verbundenheit von allem weiß, die Mutter Erde ihre Würde gibt, die Gesetze von Kosmos und den Gezeiten integriert, Vertrauen in sich, und Leben hütendes mit allen Sinnen fühlendes Handeln.

Die männliche Energie eines immer höher, schneller, weiter, koste es was es wolle, wird jetzt in die Knie gezwungen. Und auf einmal gibt es keine Trennung mehr. Denn es betrifft uns alle, weltweit. Es ist, als wirke da schon ganz von alleine eine weibliche Energie, die alles zum Stillstand bringt.

Es entsteht Raum und Zeit, ein weiterer Ausdruck weiblicher Kraft. Und irgendwie gibt es damit eigentlich erstmal gar nichts zu tun. Jeder hat gerade einfach eine große Chance. Egal, ob Mann oder Frau. Zu wagen, hinzuspüren. Wo befinde ich mich selbst, in diesem großen Ungleichgewicht? Welche Energie beherrscht mich?

Wie viele der alten Wunden wirken da noch, oft unbewusst? Bin ich angebunden an meine tiefen weiblichen Wurzeln? Wo sind sie, die eigentlichen männlichen Wurzeln? Habe ich mich schon hineingewagt, in mein eigenes Schattenreich? Gehe ich für Heilung, oder für die Fortsetzung von Anklage und Schuld, Opfer und Täter? 

Dieser Beitrag ist zu Beginn der Osterwoche. Es geht um Schmerz, Ohnmacht und Tod. Es geht um ein Wiederauferstehen in ein neues Leben, Freude und freiem Sein. Auch dies ist miteinander verbunden. Jetzt gerade dürfen wir wohl mehr denn je tiefer, fühlend erfahren.. Licht und Schatten zu verbinden…

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