Im Feuer der Zeit

Ist ein wenig seltsam grade, mir ist garnicht so sehr nach Schreiben. Jeder Tag ist im Moment so intensiv, dass ich es lieber einfach nur spüre, als in Worte zu fassen. Es fühlt sich ein wenig an, wie immer wieder neu durchs Feuer zu gehen. Das Wetter im Wechsel zwischen Hitze, Schwüle, Regen und kühlender Luft spiegelt es ziemlich gut wieder. Da hilft nur eins: Widerstand aufgeben und einfach mitgehen…

Der Verstand scheint grade nicht das zu sein, woran sich festzuhalten geht. Sondern ein sich Einlassen auf das, was geschehen will. Auch von anderen höre ich ein ganz schönes Hineingeworfen-Werden in tiefere Fragen, nach dem, was wirklich gelebt werden will, ein Auftauchen alter Mechanismen, ein Auf und Ab der Gefühle, und da ist wohl eine ganz schöne Feuerkraft der Transformation am Werk.

Dies bedeutet auch, es auszuhalten, wenn es grade noch nicht direkte Antworten gibt, und mit einer Ungewissheit zu leben. Dies sehen wir auch im Großen, Corona ist noch längst nicht vorbei und hat seine Spuren hinterlassen. Da hat es an zuviel gerüttelt, als dass ein schneller Gang in die Normalität gelingt. Ist ja auch gut so, ansonsten ergäbe das alles herzlich wenig Sinn. Und klar, wieder einmal braucht es viel Ehrlichkeit.

Und ein gut für sich Sorgen. Mir tut grade sehr eine Verlangsamung gut. Und ein noch bewussteres Spüren mit allen Sinnen. Ich laufe viel barfuß durch den Fluss, lasse meine Seele baumeln, erwarte nichts, denn alles, was es braucht, kommt sowieso auf mich zu. Und das ist sehr spannend, es scheint sehr um ein wahrhaftiges Sein zu gehen, nicht ein so tun als ob, sich zeigen, mit allem, was eben grade da ist. 

Es gibt ja nichts zu verlieren. Außer sich selbst, also warum sich verstecken? Je mehr ich gerade äußere, was so alles in mir ist, umso mehr geht es in Resonanz und in kürzester Zeit entstehen lebendige, ehrliche Gespräche, ohne Maske. Ich mag das sehr. Ansonsten stehen bei mir Besuche all meiner Kinder kurz hintereinander an, so dass ich mich hier eh mal ein wenig rarer mache…der Sommer darf nebenbei einfach auch genossen werden:)…

…Schöpferkraft, auch die neue, die wohl wachsen will, entfaltet sich am besten aus der Leere und Entspannung, wann immer dies möglich ist, und einem sich Mittragen lassen von den reinigenden Wellen des Feuers…

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