Neumondin der Klarheit

Kurz vor dieser Neumondin scheint sich eine neue Welle in Bewegung zu setzen. Wie groß, wie lang, keiner weiß es. Ich spürte einen Moment hin, ob es sich jetzt genauso anfühlt wie im März. Und das tut es nicht. 

Viele Monate liegen dazwischen. Und der Virus selbst steht für mich im Grunde nicht im Mittelpunkt dessen, was geschehen ist und weiter geschieht. Es sind die Menschen, die sich zeigen in ihrem Umgang damit. Es war und ist eine tiefe Schulung, sich selbst wahrzunehmen. Wie geht es mir in dem Ganzen, welche Gefühle beherrschen mich, und wie geht es mir mit welchen Menschen. Ich setze mich dem ja meist sehr direkt aus, weil ich es einfach wissen will und meine noch so kleinen Ecken erkennen möchte.

Und eines wurde mir sehr klar. Jede Form von extremer Haltung, von Aufgebrachtsein, von Widerstand, von einer Wut gegen tut mir nicht gut. Es ist zutiefst erschreckend, was in Kommentaren von einschlägigen Videos zu lesen ist und sie nehmen zu. Wenn das Menschsein in einer Krise heute ist, dann hat die Menschheit wohl so einiges noch nicht gelernt. Und ich distanziere mich sehr klar davon. Es geht nicht darum, dass nicht unterschiedliche Meinungen da sein dürfen. Aber es geht darum, dass diese sich in Würde begegnen. 

Was auch sehr klar ist, wie Menschen instrumentalisiert werden. Künstler werden direkt angeschrieben, sich auf Seite der ich sag mal Anti-Corona-Bewegung zu begeben. Und es gelingt immer wieder, wie wir sehen. Doch auch viele Menschen auf der Straße höre ich fast gebetsmühlenartig Thesen und Worte sprechen, die unhinterfragt einfach übernommen werden. Die Manipulation der Massen gelingt noch immer. Für mich auch weiterhin eine der großen Aufgaben von Corona. Von was lasse ich mich leiten und beeinflussen?

Und ich bleibe dabei. Ich lasse mich nicht leiten von Angstmacherei, egal von welcher Seite, von Empörung und Wut, die zwangsläufig nur Kämpfe entfachen, von Thesen und Reden derjenigen Menschen, die meinen, es ganz genau zu wissen. Denn das kann einfach niemand. Ich folge dem, wofür ich selbst einstehen möchte. Und das ist Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit, insbesondere mir selbst gegenüber, Würde, Respekt, Achtsamkeit und mich bewusst auch dem Ungewissen und Unbequemen auszusetzen, weil das einfach Leben ist. 

Diese Monate haben mich so vieles gelehrt. Und es geht weiter. Ich bin nach wie vor überzeugt davon, dass diese Krise in der Tiefe etwas bewegen kann und wird. Ausgang ungewiss. Es liegt an jedem einzelnen von uns…

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